Tanga

Die wohl außergewöhnlichste Partnerschaft unterhält Eckernförde mit der Hafenstadt Tanga in Tansania. Auf Einladung der Deutschen Stiftung für Entwicklungsländer nahm der leitende Verwaltungsbeamte der ostafrikanischen Stadt 1963 an einer Konferenz in Deutschland teil. Bei seinem Besuch in Eckernförde stellte er so viele Ähnlichkeiten in der landschaftlichen Lage fest, dass sein Wunsch nach einer Städtefreundschaft sehr bald konkrete Gestalt annahm. Seither unterstützten die Eckernförder viele humanitäre Projekte, vor allem Hilfsmaßnahmen für Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser sowie gegen Malaria und Aids. Nur selten wurde die große Entfernung für persönliche Begegnungen überbrückt. 2013 wurde das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit drei Gästen aus Tanga in Eckernförde gefeiert. 

Zahlen, Daten, Fakten

Lage:
Tanga ist die zweitwichtigste Hafenstadt Tansanias und liegt am Indischen Ozean nördlich von Sansibar an einer tiefen Meeresbucht mit einem besonders fruchtbaren Hinterland, das im Norden bis an die Grenze Kenias reicht und im Westen die Usambara-Berge mit einschließt.

Einwohner:
Im August 2002 betrug die Zahl 242.640 Einwohner mit wachsender Tendenz.

Wirtschaft:
Lange war die Sisalverarbeitung die dominierende Industrie Tangas, dazu sind in der jüngeren Zeit Düngemittel- und Zementwerke sowie kleinere Betriebe der Holzverarbeitung, Textil-, Seifen- und Kunststoffproduktion gekommen.

Freizeitangebote:
Das Korallenriff, das die vor Tanga liegende Insel Toten Island säumt, eignet sich ideal zum Schnorcheln und Tauchen. Ungefähr 5 km vom Zentrum entfernt befindet sich ein Yachtclub und zwei Swimming-Clubs mit attraktiven Badeplätzen sowie der Strand von Tanga.

Aus der Stadtgeschichte:
Tanga war im 18. Jahrhundert ein kleines Fischerdorf und Ausgangspunkt für Sklavenkarawanen ins ostafrikanische Innere. Sein wirtschaftlicher Aufstieg begann mit der Baumder Bahnlinie im Jahre 1871, die Tanga zum Ausfuhrhafen für die Kilimandscharo-Region machte. Viele Gebäude stammen noch aus der deutschen Kolonialzeit. Das kleine, schachbrettartige angelegte Zentrum von Tanga beschränkt sich auf drei parallel zur Hafenfront verlaufende Straßenzüge: Independence Avenue, Market Street und Eckernförde Avenue. In der Bucht von Tanga liegt die kleine Insel „Toten Island“. Auf ihr befinden sich die Gräber vieler Deutscher, aber auch Ruinen von Moscheen aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Entwicklung der Partnerschaft

Aufgrund der Tätigkeit des früheren Bürgermeisters Dr. Werner Schmidt für die Deutsche Stiftung für Entwicklungsländer hatte die Stadt Eckernförde bereits mehrfach Besuch aus Afrika. Als dann im Sommer 1963 Tangas Stadtdirektor den Wunsch äußerte, mit Eckernförde in engere Beziehungen zu treten, hat die Ratsversammlung am 15. August 1963 beschlossen, eine „dauernde Freundschaft“ mit Tanga begründen. In einer Festsitzung der Ratsversammlung am 27. September 1963 wurde die Partnerschaft besiegelt und die Urkunde gemeinsam mit dem aus Tanga angereisten Bürgermeister Willy R. Mwakitwange unterzeichnet.

  • 1964 Bürgermeister Dr. Werner Schmidt besucht Tanga. Eine der wichtigsten Straßen Tangas erhält den Namen „Eckernförde Avenue“.
  • 1967 Stadträte Kurt Schulz und Ulrich Gensch besuchen Tanga.
  • 1980 Eine Delegation von Kommunalpolitikern aus Tanga besucht Eckernförde.
  • 1987 Tangas Bürgermeister und Stadtdirektor besichtigen während ihres 2 ½-wöchigen Aufenthaltes verschiedene Betriebe in Schleswig-Holstein.
  • 1989 Bürgermeister Klaus Buß und Stadtrat Uwe Burscheid besuchen Tanga.
  • 2002 Besuch des Bürgermeisters von Tanga, Salim K. Kisauji, anlässlich der 700-jährigen Stadtjubiläums Eckernfördes.
  • 2003 Im September besucht eine 11-köpfige Eckernförder Delegation unter Leitung von Bürgermeisterin Susanne Jeske-Paasch und Bürgervorsteherin Karin Himstedt Tanga anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft.
  • 2013 Im August besuchen Bürgermeister Omari M. Guledi und Stadtdirekorin Juliana T. Malange sowie der Lehrer Stephen C.Semkiwa Eckernförde zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft.

Aktivitäten / Projekte / Hilfsmaßnahmen

(Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.)

  • Hilfe für obdachlose Einwohner Tangas nach Großfeuer im Jahre 1965
  • Übernahme der Examenskosten für 30 Studenten
  • Zuschuss für den Bau einer Leichenhalle
  • Fußballtrikots für Sportverein
  • Versorgung unterernährter Kinder in Kindergärten
  • Lieferung von Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial
  • Liegematten, Möbel und Spielmaterial für Kindergärten
  • Renovierung mehrerer Kindergärten
  • Zuschuss für Teilnahme behinderter Kinder an paraolympischer Sportveranstaltung
  • Ersatzteillieferung für eine Maschine, die Betonteile herstellt
  • Mehrmalige Unterstützung einer Aidshilfe-Gruppe
  • Fortbildung einer Krankenschwester
  • Kauf von mehreren tausend Moskitonetzen für ganze Stadtteile Tangas
  • Beschaffung eines Sterilisators für ein Krankenhaus
  • Hilfe für Teenager-Mütter
  • Schulmöbel für eine Behindertenschule
  • Finanzierung für den Bau eines Toilettenhauses am Pangani-Hospital
  • Regelmäßige Unterstützung für die Pflege des Askari-Friedhofes
  • Finanzierung einer Spezialausbildung für einen Lehrer der Behindertenschule
  • 10 Entbindungsbetten für das Bombo-Krankenhaus
  • Vermittlung von Patenschaften für Waisenkinder (2003 - 2009)
  • Renovierung des Kolonialbaus der Old Tanga School mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes im Jahr 2004
  • Beratung durch Eckernförder Studenten des Fachbereiches Bauwesen für zukünftige Renovierungsmaßnahmen an kolonialen Bauten in Tanga (Sommer 2005)
  • Zuschüsse für Anschaffungen im Bildungs- und Gesundheitswesen, Zaun für die Usagara-Schule (2006)
  • Rekonstruierung des "Labors" (Physikraum) der Old Tanga School mit nahezu unveränderter Inneneinrichtung aus der Zeit um 1900, Zuschüsse für die Einrichtung eines Physikraumes der Macechu Secondary School und für ein neues Basketballfeld der Japan Secondary School (2007)
  • Renovierung des Obergeschosses und des Daches des "Regional Block" zwecks Einrichtung eines Museums (2008)
  • Renovierung von Räumen der Macechu Secondary School und der Mafuriko Primary School (2009)
  • Beteiligung an der Reparatur des Abwassersystems des Tanga Regional Referral Hospital, auch bekannt als Bombo-Hospital (2015)